Gut informiert – gut vorbereitet

Der Hund ist da – und jetzt?

Den Hund ankommen lassen!

Dein Hund hat gerade viele Stunden in einem Transporter verbracht. Das bedeutet enormen Stress. Bitte fahre deshalb direkt nach Hause und mache unterwegs keinen Spaziergang. Nach einer solchen Reise braucht dein Hund vor allem eines: Ruhe. Zusätzliche Außenreize würden ihn nur weiter belasten.
Am besten trägst du die Transportbox direkt ins Haus und lässt deinen Hund dort in seinem eigenen Tempo ankommen. Öffne die Box und gib ihm den Raum, selbst zu entscheiden, wann und wie er herauskommt. Sollte das erste Geschäft in der Wohnung passieren, ist das vollkommen in Ordnung.
Lass das Sicherheitsgeschirr zunächst auch in der Wohnung am Hund. Es kann sein, dass er es später nicht mehr anziehen lassen möchte. Das würde unnötigen Stress für deinen Hund und für dich bedeuten.
Gib deinem Hund vor allem Zeit und Ruhe. So schwer es auch fällt: Überschütte ihn nicht mit Aufmerksamkeit oder Zuneigung. In seinem Kopf müssen gerade unzählige neue Eindrücke verarbeitet werden, und das braucht Zeit. Viel Schlaf ist jetzt nicht nur normal, sondern wichtig. Auch eine erhöhte Wasseraufnahme ist völlig gewöhnlich, da viele Hunde während des Transports nur wenig trinken.
Ob dein Hund sofort offen auf dich zugeht, lieber in der Box bleibt, gestreichelt werden möchte oder gar nicht berührt werden will, keine Leckerlis annimmt oder direkt frisst: All das ist normal. Jeder Hund verarbeitet die Situation auf seine eigene Weise. Gib ihm die Zeit, die er braucht, um in seinem neuen Zuhause anzukommen.

Die erste Zeit Zuhause!

In der ersten Zeit geht es ausschließlich mit Doppelsicherung nach draußen. Darauf legen wir sehr viel wert! Die Leine am Halsband ist die Führleine und bleibt in deiner Hand. Die zweite Leine befestigst du am Sicherheitsgeschirr und sicherst sie zusätzlich an einem Bauchgurt oder deiner Taille. Egal, wie aufgeschlossen ein Hund wirkt, die richtige Sicherung entscheidet im Zweifel über sein Leben. Auch im Garten sollte dein Hund zunächst immer an einer Leine bleiben. Dazu kommt, dass dein Hund das Laufen an der Leine noch nicht kennt und dies erst lernen muss. Auch Begegnungen mit anderen Hunden an der Leine sind für ihn neu und ungewohnt. Beschränke dich auf kurze Spaziergänge und möglichst immer dieselben Wege. Für deinen Hund ist aktuell alles neu: die Umgebung, die Geräusche, die Gerüche und die vielen Eindrücke.
Was für uns alltäglich erscheint, kann auf ihn zunächst überwältigend oder sogar beängstigend wirken. Jeder neue Weg, jede neue Situation und jeder neue Eindruck muss verarbeitet werden. Deshalb gilt: Weniger ist in den ersten Tagen mehr.

Der Hund hustet oder hat Durchfall?

Durch den Stress der Reise und die Futterumstellung kann es in den ersten Tagen durchaus zu Durchfall kommen. Das ist zunächst nichts Ungewöhnliches. Hält der Durchfall jedoch länger als drei Tage an oder entdeckst du Blut im Kot, solltest du einen Kotuntersuchung beim Tierarzt beauftragen. Unsere Hunde erhalten zwar unmittelbar vor ihrer Ausreise eine Wurmkur, dennoch kann es bei stärkerem Wurmbefall vorkommen, dass einzelne Parasiten überleben. Auch Giardien sind im Tierschutz und überall dort, wo viele Hunde zusammentreffen, leider keine Seltenheit. Ein positiver Befund bedeutet jedoch nicht, dass dein Hund bereits krank ausgereist ist. Giardien können lange unbemerkt vorhanden sein und durch Stress plötzlich vermehrt auftreten. Der Transport erfolgt in klimatisierten Fahrzeugen. Deswegen können nach der Ankunft leichte Erkältungssymptome, wie tränende Augen oder Husten auftreten. Auch das sogenannte Rückwärtsniesen kommt bei manchen Hunden vor. Dabei zieht der Hund plötzlich und wiederholt Luft durch die Nase ein. Ausgelöst werden kann dieses Verhalten beispielsweise durch Stress, Aufregung oder leichte Reizungen der Atemwege. In den meisten Fällen ist Rückwärtsniesen jedoch harmlos und klingt von selbst wieder ab.

Der Hund muss nicht direkt erneut entwurmt oder geimpft werden!

Unsere Hunde reisen geimpft, gechipt, entwurmt, auf Mittelmeerkrankheiten getestet (Snap 4DX) und gegen Zecken sowie Flöhe behandelt nach Deutschland. Dies muss also nach Ankunft in Deutschland nicht direkt wieder geschehen. Bitte bedenkt, dass unnötige Behandlungen immer eine Belastung für das Immunsystem darstellen.
Wir impfen die Hunde gegen Tollwut, Staupe, HCC, Parvovirose, Leptospirose, Zwingerhusten (Parainfluenza)
Der „SNAP 4Dx“ Test auf die Mittelmeerkrankheiten beinhaltet Anaplasmose, Borreliose, Ehrlichiose und Dirofilarien (Herzwürmer)
Bei Fragen dazu wendet euch immer gerne an uns!

Bitte den Hund nicht direkt baden!

In der Regel bringen die Hunde einen ordentlichen Mief aus dem Shelter mit. Das ist womöglich erstmal unangenehm, aber warte mit dem Baden trotzdem ein paar Tage. Der Körpergeruch ist das Einzige, was dem Hund von seiner Vergangenheit noch bleibt. Er sollte mit einem zu frühen Bad nicht noch weiter verunsichert werden! Außerdem kann es sein, dass Duschen dann erstmal sehr negativ belegt ist. Sollte der Hund vom Transport sehr verklebt sein, versucht ihn mit einem nassen Lappen zu reinigen. Nach einer gewissen Eingewöhnung ist duschen je nach Hund dann auch vertretbar.

Der Hund ist in sich gekehrt und wirkt unglücklich. Was jetzt?

Dein Hund ist nicht dankbar dafür „gerettet“ worden zu sein. Stattdessen steht er plötzlich vor einem völlig neuen Leben, das er erst verstehen und kennenlernen muss. Er braucht deine Unterstützung und eine geduldige Begleitung, um sich in seinem neuen Alltag zurechtzufinden.
Deshalb ist es vollkommen normal, wenn sich dein Hund zunächst zurückzieht, unsicher wirkt oder sich nicht traut, die Wohnung frei zu erkunden. Viele Hunde sind in den ersten Tagen verunsichert, fiepen, schlafen unruhig oder finden nur schwer zur Ruhe. Für sie hat sich von einem Moment auf den anderen alles verändert. Anders als du, hatte dein Hund keine Möglichkeit, sich auf diese neue Situation vorzubereiten.
Jeder Hund verarbeitet diese Umstellung in seinem eigenen Tempo. Während manche Hunde schon nach wenigen Tagen auftauen, benötigen andere Wochen oder sogar Monate, um wirklich anzukommen und Vertrauen zu fassen. Das ist völlig in Ordnung.
Die Aufnahme eines Hundes aus dem Ausland ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Gib deinem Hund die Zeit, die er braucht, und belohne kleinen Schritt in die richtige Richtung.

Du bist mit deinen Fragen und Unsicherheiten nicht allein. Bei uns hast du von der ersten Kontaktaufnahme bis weit über die Eingewöhnungszeit hinaus eine feste Ansprechperson an deiner Seite, die dich unterstützt, berät und begleitet.

Auf Pflegestelle in Deutschland

Viele unserer Hunde und Katzen warten bereits in Deutschland bei ihren Pflegestellen auf ein eigenes Zuhause.
Wenn du einem Hund oder einer Katze ein Zuhause oder einen Platz auf Zeit geben möchtest, findest du hier weitere Informationen.

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Deine Fragen – unsere Antworten

Hier findest du häufig gestellte Fragen und unsere Antworten. Nicht fündig geworden? Dann kontaktiere uns unter info@tierschutz-herzensmenschen.de – wir helfen dir gerne weiter!