



Unser Tierschutz ABC
Die Vorstellung ist märchenhaft: Einen Hund adoptieren, eine arme Seele retten, die dankbar an deiner Seite in ein neues Leben startet. Doch die Realität sieht oft anders aus.
Der Hund weiß nichts von seiner „Rettung”. Er wird aus seinem gewohnten Umfeld gerissen, kommt in eine fremde Umgebung zu Menschen, die Erwartungen an ihn haben. Erwartungen, die die meisten Hunde nicht erfüllen können.
Was du brauchst ist eine realistische Einstellung und Verständnis dafür, dass ein Hund, der nichts von unserem Alltag in Deutschland kennt, besonders eins braucht: Verständnis.
Dazu kommt viel Arbeit, Training, Nerven und damit auch Zeitinvestment. Und auch die finanzielle Belastung sollte nie außer Acht gelassen werden.
Wir hören immer wieder, dass Hunde unerwünschtes Verhalten zeigen, weil sie „bestimmt schlechte Erfahrungen gemacht haben“. Oft dient das jedoch eher als Erklärung oder Entschuldigung für ein bestimmtes Verhalten als der tatsächlichen Realität.
Denn vor allem viele Hunde aus dem Shelter hatten gar nicht die Möglichkeit, überhaupt ausreichend Erfahrungen zu sammeln – weder gute noch schlechte.
Wir sagen klar JA, zur Adoption eines Tierschutzhundes: Gut überlegt, realistisch und mit einem ausgiebigem Kennenlernen vor der Adoption.
Black Dog Syndrome – Werden schwarze Hunde wirklich seltener adoptiert?
Es gibt die Annahme, dass schwarze Hunde im Tierheim länger auf eine Vermittlung warten als Hunde mit hellem Fell.
Dieses Phänomen wird als Black Dog Syndrome
bezeichnet. Doch was steckt dahinter?
Aberglaube & Vorurteile
In vielen Kulturen gelten schwarze Tiere als Unglücksbringer oder gar als bedrohlich.
Schlecht auf Fotos
Ihre Gesichtszüge sind schwerer erkennbar, wodurch sie auf Bildern oft weniger freundlich wirken.
Wenig auffällig
In Gruppen gehen sie leichter unter.
Leider werden auch bei uns, besonders Welpen, mit einer schwarzen Fellfarbe oft später adoptiert, als ihre hellen Artgenossen. Ein Hund sollte nicht nach seiner Fellfarbe beurteilt werden, sondern nach seinem Wesen.
Die inneren Werte zählen
Hand aufs Herz: Die Optik spielt bei der Adoption eines Hundes eine große Rolle – eine zu große.
Oft werden Hunde allein aufgrund ihrer Optik adoptiert, was nicht selten zur Folge hat, dass Mensch und Hund nicht zusammenpassen.
Die Optik mag zwar für einige wichtig sein, sollte aber nicht ausschlaggebend für die Auswahl deines Hundes sein.
- Welche Charaktereigenschaften eines Hundes passen zu meinem Lebensstil?
- Aktiver Sportmensch oder Team Couchpotatoe?
- Wie viel Erziehungsaufwand kann ich aufbringen?
- Vorerzogen, leichtführig oder doch lieber ein starker Charakter oder Abenteuer Welpe?
- Welche Ziele möchte ich mit meinem Hund verfolgen?
- Einfach nur entspannt durch den Alltag oder gemeinsame Hobbys und große Abenteuer?
Für all diese Fragen ist eins eher irrelevant: die Optik.
- Überlege dir, welche Eigenschaften eines Hundes mit dir und deinem Leben harmonieren.
- Sei realistisch und lass dich nicht von einem niedlichen Äußeren hinreißen.Lerne deinen Hund am besten vorab kennen, z.B. auf einer Pflegestelle.
- Hol dir Unterstützung von einem/einer
- Hundetrainer:ln und lass dich professionell beraten.
Achte auf das, was euch langfristig verbindet, denn dann ist die Optik letztendlich egal.
Hund ab Transporter
– das klingt verlockend. Doch was nach einem Märchen klingt, endet leider nicht immer mit „glücklich bis ans Lebensende“.
Jeder Hund ist einzigartig
– und nicht jeder Hund passt zu jedem Menschen.
Eine erfolgreiche Vermittlung bedeutet, Mensch und Hund passend zusammenzubringen. Bei Direktvermittlung aus Rumänien gestaltet sich das oft schwierig, denn es ist völlig unklar, wie sich der Hund in einem neuen Umfeld verhält und welche Bedürfnisse er hat – mit negativen Folgen für beide Seiten.
Die fehlende Einschätzung
Wir besuchen unsere Hunde vor Ort, sind im engen Austausch mit Mirela und unseren anderen Tierschützer:innen vor Ort und bekommen wertvolle Eindrücke, aber … Ein Hund in Rumänien ist nicht derselbe Hund, der er in Deutschland sein wird!
Die Reise und die neue Umgebung bedeuten eine gewaltige Umstellung.
Ein Hund, der sich in Rumänien freundlich zeigte, kann sich in einem Haushalt plötzlich überfordert fühlen – oder umgekehrt: Ein schüchterner Hund blüht erst richtig auf, wenn er Sicherheit und klare Strukturen bekommt.
Deshalb setzen wir auf Pflegestellen!
Sie bieten den Hunden den notwendigen Rahmen, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen und die Umstellung besser verarbeiten zu können. Wir können ihr Verhalten in einem häuslichen Umfeld beobachten und einschätzen, ihre Bedürfnisse besser verstehen und herausfinden, welcher Hund am besten zu welchem Zuhause passt.
Den Weg zum Tierschutzhund gehen wir gemeinsam. Und auch nach der Adoption sind wir für euch da.
Unsere Tiere reisen mit einem Transportunternehmen, welches unsere Hunde und Katzen sicher nach Deutschland bringt. Wichtig sind dabei klimatisierte Fahrzeuge mit fest installierten Boxen. Die Fahrten werden von mehreren MitarbeiterInnen des Unternehmens betreut. Die Tiere werden während der Fahrt überwacht und versorgt.
Per GPS können wir das Fahrzeug verfolgen und werden durchgehend über Updates, Staus und Stopps informiert.
Einreisebestimmungen & Voraussetzungen
- Erlaubnis nach §11 Abs. 1 Nr. 5 TSchG
- Alle Hunde werden nach EU-Vorschrift mit Eintrag in das europäische Datenbanksystem Traces (Trade Control and Expert System) transportiert. (Traces ist ein europäisches, tierärztliches Informationssystem, bei dem die Veterinärämter aus dem In- und Ausland miteinander verknüpft sind.)
- Gültiger EU-Heimtierausweis
- Mikrochip-Kennzeichnung
- Gültige Tollwutimpfung (mindestens 21 Tage alt). Welpen müssen mindestens 16 Wochen alt sein. Sie dürfen im Alter von 12 Wochen geimpft werden zzgl. 21 Tage.
Die Übergabe
Die Übergabe findet ausnahmslos gesichert statt.
Keines unserer Tiere wird am Übergabeort abgesetzt, gekuschelt oder spazieren geführt.
Sicherheitsgeschirr, Halsband und Leinen werden im geschlossenen Transporter angezogen. Die Hunde und Katzen werden im Transporter in die Transportbox der Pflegefamilie oder der AdoptantInnen umgesetzt.
Route
Die Fahrten finden am Wochenende statt, sodass unsere Hunde und Katzen meist samstags in Deutschland ankommen. Die Routen werden dabei an die Zielorte der Tiere angepasst. Dennoch wird versucht, die Fahrtzeit möglichst kurz zu halten, sodass unsere AdoptantInnen oder Pflegefamilien bis zu 150 km zum Abholort fahren müssen.
Der Transport bedeutet für die Tiere Stress, manche sind verängstigt und müde. Wir bestehen deshalb darauf, die Tiere umgehend nach Hause in eine ruhige und sichere Umgebung zu bringen. Gebt ihnen eine Möglichkeit, sich zu lösen, bietet einen Rückzugsort wie z. B. eine Box an und am wichtigsten: Gebt ihnen in den ersten Tagen Zeit.
Was für Futter bekommen unsere Hunde eigentlich in Rumänien? Und wie wird dort gefüttert?
Oft werden wir von Interessenten gefragt, was für Futter die Hunde denn in Rumänien bekommen. Denn man will das Gleiche kaufen, um dem Hund den Übergang zu erleichtern.
Allerdings lässt sich diese Frage nicht so leicht beantworten, denn in Rumänien wird größtenteils das gefüttert, was da ist. In großen Mengen ist das Trockenfutter, doch auch Nassfutter gibt es vereinzelt. Das Trockenfutter deckt den Bedarf der Hunde, ist aber nicht vergleichbar mit einem hochwertigen Trockenfutter aus Deutschland.
Gefüttert wird in Rumänien aus halbierten Rohren, wo gleich mehrere Hunde dran fressen können. Durch die Dynamik in der Gruppe bekommen natürlich einige Hunde mehr als andere und so sind manche Hunde schlank und andere eher kräftig. Hunde, die sehr dünn sind oder in der großen Gruppe nichts bekommen, werden getrennt gefüttert, dies ist aber eher eine Ausnahme als die Regel.
Was bedeutet das für die Zeit nach der Ausreise?
Wir empfehlen unseren Interessenten zunächst ein durchschnittliches Trockenfutter auszuwählen, denn an hochwertiges Futter sind die Hunde nicht gewöhnt und es wird daher oft zunächst abgelehnt. Nassfutter hat bei mäkeligen Hunden oft eine höhere Akzeptanz, daher ist es gut, auch etwas Nassfutter im Haus zu haben.
Vermieden werden sollten Exoten, der Hund sollte nicht einmal quer durch den Zoo gefüttert werden. Denn wenn im weiteren Leben Allergien auftreten, muss eine Ausschlussdiät gemacht werden und hierfür braucht es eine Proteinquelle, die der Hund noch nie gefressen hat. Auch aus ökologischen Gründen sollten heimische Tierarten bevorzugt werden.
In den ersten Tagen können die Hunde aufgrund der Futterumstellung und des Stresses auf dem Transportweg Durchfall oder weichen bis flüssigen Kotabsatz haben. Hier kann Canicur Abhilfe schaffen, die Paste baut die Darmflora wieder auf. Sollte der Hund schleimigen bis blutigen Kot oder längerfristig Durchfall haben, sollte beim Tierarzt ein Test auf Giardien gemacht werden!
Oft lesen wir den Vorwurf:
„Auslandstierschutz ist ein lukratives Geschäft!“
Wer sowas behauptet, hat sich mit seriösem Tierschutz leider noch nicht auseinandergesetzt.
Wir als Tierschutzverein sind gemeinnützig und das ist nicht nur eine Behauptung, sondern ein rechtlich klar geregelter Status. Ein Verein erhält die Gemeinnützigkeit und damit Steuerbegünstigungen vom Finanzamt, wenn er nachweislich ausschließlich und unmittelbar dem Gemeinwohl dient.
Dies wird regelmäßig überprüft und ja, auch wir müssen einen Steuerberater bezahlen, der uns dabei hilft, korrekt zu agieren. Wir selber verdienen daran nichts, unsere Arbeit ist komplett ehrenamtlich.
Jeder Cent fließt in unsere Hunde und Katzen – in Futter, Impfungen, medizinische Versorgung und sichere Unterbringung. Außerdem in Hilfe und Prävention vor Ort, wie z. B. Kastrationen.
Niemand von uns bereichert sich an Spenden oder Schutzgebühren. Jeder Euro muss nachweislich für den Tierschutz eingesetzt werden. Die Schutzgebühren, die wir einnehmen, decken oft nicht die Kosten, die für einen Hund entstanden sind.
Unsere Tierschützenden leisten diese ganze Arbeit mit Liebe und Herzblut – und nicht für Geld.
Nein, ich bin kein Labrador!
Viele Hunde aus dem Tierschutz, besonders aus osteuropäischen Ländern wie Rumänien, erinnern auf den ersten Blick oft an bekannte Rassen wie den Labrador: freundliches Gesicht, sanfte Augen, Schlappohren. Doch der Schein kann trügen, besonders im Welpenalter.
Herdenschutzhunde (HSH/Herdis) wurden über Generationen gezielt gezüchtet, um eigenständig Viehherden vor Raubtieren zu schützen – auch ohne Anleitung des Menschen. HSH und ihre Mischlinge können also einen ausgeprägten Schutzinstinkt, hohe Selbstständigkeit und Wachsamkeit mitbringen.
In Rumänien leben seit Generationen Hunde frei oder halbwild auf der Straße und vermehren sich unkontrolliert. Darunter finden sich auch viele Herdenschutzhunde und deren Nachkommen.
Ein kleiner Überblick der bekanntesten Herdenschutzhund-Rassen, die in Rumänien vertreten sind:
Ciobănesc Românesc Mioritic:
Ruhig, gelassen und sehr loyal, aber jederzeit bereit, seine Familie oder Herde kompromisslos zu verteidigen.
Ciobănesc Românesc Carpatin:
Wachsam, selbstständig und mutig, mit einem tief verwurzelten Schutztrieb gegenüber seiner Bezugsperson.
Ciobănesc Românesc de Bucovina:
Freundlich im vertrauten Umfeld, aber ein imposanter und entschlossener Wächter mit großem Misstrauen gegenüber Fremden.
Leider lesen wir häufig Vermittlungsanzeigen, in denen Herdis als unkomplizierte, kuschelige Familienhunde beschrieben werden, dabei wird der Herdenschutzhund-Anteil übersehen, unterschätzt oder sogar verschwiegen.
Das kann im Alltag schnell zu Missverständnissen führen: Ein Hund, der plötzlich die Oma nicht mehr ins Haus lässt, der draußen alles im Blick behält oder der nur schwer abrufbar ist – plötzlich entpuppt sich der Labrador-Mix als waschechter, eigenständiger Herdenschutzhund.
Das muss natürlich nicht so sein, kann es aber!
Herdis sind großartige Hunde, bitte versteht uns nicht falsch. Doch bei einer Vermittlung ist es wichtig, dass sie wirklich in die Familie und die jeweilige Lebenssituation passen. Idealerweise bringen AdoptantInnen nicht nur Wissen über die besonderen Bedürfnisse dieser Hunde mit, sondern auch bereits Erfahrung im Umgang mit Herdenschutzhunden. Es braucht Verständnis, Geduld und ein Umfeld, das dieser besonderen Prägung gerecht wird.
Unser Appell:
Schaut bei der Wahl eines Hundes nicht nur aufs Äußere. Informiert euch gut über die Herkunft und die möglichen rassetypischen Eigenschaften. Lernt Hunde vor der Adoption kennen. Denn nicht jeder Hund, der aussieht wie ein Labrador, verhält sich auch so.
Bevor ein Hund nach Deutschland reisen darf, müssen gesetzliche Bestimmungen zum Impfschutz eingehalten werden. Diese werden von den Veterinärämtern auch streng kontrolliert.
Ein Impfschutz bei Hunden aus dem Ausland ist wichtig, weil er gefährliche Krankheiten wie Tollwut oder Staupe verhindert, die sonst nach Deutschland eingeschleppt werden könnten. Er schützt unsere eigenen Hunde vor Ansteckung und reduziert das Risiko für Menschen (z.B. bei Zoonosen).
Für die Einreise nach Deutschland ist die Tollwut-Impfung Pflicht:
Sie muss mindestens 21 Tage vor Einreise erfolgt sein. Welpen können diese Impfung frühestens mit 12 Wochen bekommen und gelten nach einer Wartezeit von 21 Tagen als immunisiert.
Diese Impfung ist essentiell wichtig. Ein an Tollwut erkranktes Tier leidet wahnsinnige Schmerzen und wird diese Infektion nicht überleben.
Unsere Hunde werden aber nicht erst kurz vor Ausreise mit einem Impfschutz ausgestattet. Sobald ein neuer Hund ins Shelter kommt, lebt er erstmal separat in Quarantäne, bis die Impfungen und Wartezeiten abgelaufen sind. Das ist enorm wichtig, um sich keine Krankheiten in den vorhandenen Bestand zu holen.
Wir grundimmunisieren unsere Hunde außerdem gegen folgende Krankheiten:
- Staupe
- Adenovirus (HCC)
- Parvovirose
- Parainfluenza/Zwingerhusten
- Leptospirose
Ihr könnt euch sicher vorstellen, welche enormen Kosten durch Impfungen, Wurmkuren und Zeckenschutz zusammenkommen – besonders dann, wenn Mirela wieder viele „entsorgte“ Welpen aufnimmt. Impfungen sind lebenswichtig und schützen vor vermeidbarem Leid und schweren Krankheiten.
Was passiert eigentlich hinter den Kulissen eines Tierschutzvereins?
Mehr, als man auf den ersten Blick sieht! Tierschutz ist Teamarbeit und mehr als nur die Vermittlung von Hunden und Katzen.
Wir möchten euch einen kurzen Einblick geben, welche Aufgaben wir als Vereinsteam erledigen – natürlich ehrenamtlich, in unserer Freizeit, aus Liebe zu den Tieren und mit dem Wunsch, ihr Leben nachhaltig zu verbessern.
Egal ob im In- oder Ausland.
1. Vermittlung von Hunden & Katzen aus Rumänien
Damit ein Tier nach Deutschland einreisen darf, braucht es Menschen im Team mit einer behördlichen §11-Erlaubnis. Dafür muss ein Sachkundenachweis beim Veterinäramt erbracht werden.
2. Das Vermittlungsteam
Sie beantworten Anfragen, führen Telefonate mit Interessierten, prüfen sorgfältig, ob Tier und Mensch zusammenpassen, begleiten Ausreisen und betreuen die Ankunft und Eingewöhnung – egal ob auf Pflegestellen oder später im neuen Zuhause. Auch nach der Adoption steht unser Vermittlungsteam den AdoptantInnen weiterhin zur Seite.
3. Vor- und Nachkontrollen
Wir organisieren Hausbesuche vor und nach der Adoption oder bei einer neuen Pflegestelle und überprüfen das Umfeld auf die Eignung für ein neues Familienmitglied.
4. Betreuung unserer Website & Portale
Texte, Bilder, Updates – hier sorgen wir dafür, dass unsere Tiere online sichtbar und aktuell gezeigt werden: auf unserer Website, bei TASSO Shelta und anderen Portalen.
5. Verträge & Organisation
Pflege- und Adoptionsverträge, Ausreiselisten, Kommunikation mit Veterinäramt und Zoll – viel Bürokratie, die aber enorm wichtig ist. Dazu müssen alle Informationen zu unseren Tieren intern gepflegt und aktuell gehalten werden.
6. Social Media
Kreative Köpfe gestalten Beiträge und Storys, stellen Tiere vor und machen auf wichtige Themen rund um den Tierschutz aufmerksam. Reichweite ist für uns ein wichtiger Baustein, um möglichst vielen Menschen nachhaltigen Tierschutz näherzubringen.
7. Patenschaften
Hier betreuen wir unsere PatInnen, verwalten Geldeingänge und geben regelmäßig Updates zu ihren Patentieren – ein wichtiger Beitrag zur Versorgung unserer Tiere vor Ort.
8. Buchhaltung & Finanzen
Spenden verwalten, Rechnungen überweisen, finanzielle Übersicht behalten: Wo wird gerade Geld benötigt und wo brauchen wir eure Hilfe in Form von Spenden?
Tierschutz ist vielfältig – und es gibt immer neue Aufgabenbereiche für Aktionen und Projekte, wie z.B. „Ostern im Schuhkarton“, Kastrationskampagnen, Sommerfeste etc.
Mit unseren Tierschützerlnnen in Rumänien stehen wir im engen, täglichen Kontakt. Ohne sie wäre das alles nicht möglich.
Was kostet ein Hund wirklich?
Spoiler: Nicht nur die Schutzgebühr.
Wer sich für einen Hund entscheidet, trifft keine kurzfristige Entscheidung – sondern übernimmt Verantwortung für ein ganzes Hundeleben, mit allen Verpflichtungen und allen Kosten.
Durchschnittliche Lebenserwartung eines Hundes: 10–15 Jahre
Was kommt da zusammen?
- Futter: 500–1.200 € pro Jahr
- Tierarzt (Impfungen, Vorsorge): 150–300 € pro Jahr
- Haftpflichtversicherung: 50–150 € pro Jahr
- OP- oder Krankenversicherung: 200–600 € pro Jahr
- Hundesteuer: 90–200 € pro Jahr
- Zubehör, Hundeschule, Pflege etc.: 200–600 € pro Jahr
- Durchschnittliche Gesamtkosten: 15.000–25.000 €
Viele Kosten lassen sich planen – aber nicht alle. Ein Hund kann krank werden oder sich verletzen und dann wird es schnell teuer. Ein gebrochenes Bein liegt beispielsweise mit Röntgen, Operation, Schmerzmitteln und Nachsorge schnell bei 1.500 bis 2.500 Euro.
Solche Kosten kommen zusätzlich zu den normalen jährlichen Ausgaben hinzu. Eine OP- und/oder Krankenversicherung kann helfen – aber auch die kostet monatlich und übernimmt nicht immer alles.
Wer einen Hund aufnimmt, sollte nicht nur heute Geld für Futter haben – sondern auch morgen genug, wenn das Leben dazwischen kommt.
Was kostet ein Hund wirklich?
Spoiler: Nicht nur die Schutzgebühr.
Wer sich für einen Hund entscheidet, trifft keine kurzfristige Entscheidung – sondern übernimmt Verantwortung für ein ganzes Hundeleben, mit allen Verpflichtungen und allen Kosten.
Durchschnittliche Lebenserwartung eines Hundes: 10–15 Jahre
Was kommt da zusammen?
- Futter: 500–1.200 € pro Jahr
- Tierarzt (Impfungen, Vorsorge): 150–300 € pro Jahr
- Haftpflichtversicherung: 50–150 € pro Jahr
- OP- oder Krankenversicherung: 200–600 € pro Jahr
- Hundesteuer: 90–200 € pro Jahr
- Zubehör, Hundeschule, Pflege etc.: 200–600 € pro Jahr
- Durchschnittliche Gesamtkosten: 15.000–25.000 €
Viele Kosten lassen sich planen – aber nicht alle. Ein Hund kann krank werden oder sich verletzen und dann wird es schnell teuer. Ein gebrochenes Bein liegt beispielsweise mit Röntgen, Operation, Schmerzmitteln und Nachsorge schnell bei 1.500 bis 2.500 Euro.
Solche Kosten kommen zusätzlich zu den normalen jährlichen Ausgaben hinzu. Eine OP- und/oder Krankenversicherung kann helfen – aber auch die kostet monatlich und übernimmt nicht immer alles.
Wer einen Hund aufnimmt, sollte nicht nur heute Geld für Futter haben – sondern auch morgen genug, wenn das Leben dazwischen kommt.
Das Leid der Straßenhunde- und Katzen
Straßenhunde und -katzen sind täglich zahlreichen Gefahren ausgesetzt: Sie leiden unter Hunger, Verletzungen und extremen Wetterbedingungen. Viele sterben an Unterernährung, werden Opfer von Verkehrsunfällen, Misshandlungen, Tötungen oder erliegen Krankheiten. Besonders Welpen und Kitten überleben den Kampf ums Überleben auf Rumäniens Straßen oft nicht.
Die Lage in Rumänien
Rumänien hat eine der höchsten Straßenhundpopulationen Europas. Schätzungen zufolge leben dort etwa 600.000 heimatlose Hunde auf den Straßen. Die Zahl der streunenden Katzen wird sogar auf mehrere Millionen geschätzt.
Die Ursachen
Historische Ursache:
In den 1980er Jahren wurden unter Ceaușescu viele Menschen zwangsumgesiedelt. Hunde, aber auch Katzen, wurden massenhaft ausgesetzt – der Grundstein der heutigen Straßentierpopulation.
Gesetze werden kaum umgesetzt:
Die Kastrationspflicht für Besitzerhunde wird kaum kontrolliert. Aussetzen ist strafbar, wird jedoch selten verfolgt.
Profitinteressen statt Nachhaltigkeit:
Einige Gemeinden setzen weiterhin auf das Einfangen und Töten von Straßenhunden. Hundefänger erhalten teilweise Geld pro eingefangenem Hund – die Population sinkt dadurch langfristig jedoch nicht.
Unkontrollierte Zucht & illegaler Welpenhandel:
Privatpersonen vermehren Hunde und verkaufen sie. Tiere, die keinen Profit bringen, werden ausgesetzt und tragen weiter zur steigenden Population bei. Auch dubiose Organisationen nutzen Tierschutz teilweise als Deckmantel für Vermehrung.
Fehlende Aufklärung & finanzielle Mittel:
Vor allem in ländlichen Regionen werden Hunde und Katzen häufig nicht kastriert oder medizinisch versorgt. Oft fehlt es schlicht an Geld für tierärztliche Versorgung.
Ein Vorbild: Bhutan
Bhutan ist das erste Land weltweit, das seine Straßenhundpopulation vollständig gewaltfrei kontrollieren konnte – durch flächendeckende Kastrationen, Impfungen und Aufklärung. Seit 2009 wurden dort über 150.000 Straßenhunde kastriert und geimpft.
Das zeigt: Nachhaltiger Tierschutz ist möglich, wenn Aufklärung, Politik, Tierärzte und Tierschutzorganisationen zusammenarbeiten.
Was wir tun
Neben regelmäßigen Kastrationen konnten wir bereits wichtige Fortschritte erzielen:
In Movilița, dem Ort unseres Shelters, werden dank einer Vereinbarung mit dem Bürgermeister keine Hunde mehr eingefangen und getötet.
Stattdessen setzen wir verstärkt auf kostenlose Kastrationen für Anwohner, Aufklärung und Zusammenarbeit mit der lokalen Tierärztin.
Das Problem der Straßenhunde in Rumänien ist strukturell bedingt und lässt sich nur durch nachhaltige Kastrationsprogramme, Aufklärung und verantwortungsvollen Umgang mit Tieren langfristig lösen.
Ohne Kastrationen vermehren sich Tiere unkontrolliert – und immer mehr Hunde und Katzen kämpfen auf der Straße ums Überleben.
Unsere Hunde und Katzen in Rumänien erhalten bei Mirela im Shelter medizinische Versorgung nach Bedarf. Das bedeutet: Erkrankungen oder Verletzungen werden behandelt, sobald Symptome sichtbar sind.
Was jedoch nicht stattfindet, sind umfangreiche Vorsorgeuntersuchungen wie gezielte Bluttests auf genetische Erkrankungen, HD-/ED-Röntgen ohne Verdacht oder andere Untersuchungen, die über die Kontrolle der Reisefähigkeit hinausgehen.
Unterschiedliche medizinische Standards
Auch die medizinischen Standards in Rumänien unterscheiden sich teilweise von denen in Deutschland.
So wird beispielsweise bei Hüftdysplasie (HD) in Rumänien häufiger operiert, während in Deutschland oftmals zunächst eine konservative Behandlung empfohlen wird.
Parasiten & Giardien
Alle Hunde und Katzen werden regelmäßig gegen Zecken, Flöhe und Würmer behandelt. Trotzdem kann ein Befall – insbesondere mit Giardien – nicht vollständig ausgeschlossen werden.
Gerade in Tierheimen verbreiten sich Giardien leicht und bleiben häufig zunächst unbemerkt. Symptome treten oft erst unter Stress auf, beispielsweise nach der Ausreise.
Mittelmeerkrankheiten
Ein wichtiges Thema sind sogenannte Mittelmeerkrankheiten – Erkrankungen, die hauptsächlich durch Zecken oder Mücken übertragen werden und inzwischen auch zunehmend in Deutschland vorkommen.
Vor der Ausreise wird ein Schnelltest durchgeführt. Dieser bietet jedoch keine hundertprozentige Sicherheit. Es kann sein, dass sich ein Hund zum Zeitpunkt des Tests noch in der Inkubationszeit befindet oder sich erst nach dem Test infiziert.
Eine Nachtestung in Deutschland ist daher dringend empfehlenswert.
Unsere Erfahrungen
In den vergangenen Jahren haben wir die Erfahrung gemacht, dass viele Tierarztpraxen in Deutschland – verständlicherweise – nicht auf alle Erkrankungen spezialisiert sind, die bei Hunden aus dem Mittelmeerraum oder osteuropäischen Ländern wie Rumänien auftreten können.
Daher empfehlen wir bei positiven Testergebnissen eine Beratung durch erfahrene oder spezialisierte Tierärztinnen und Tierärzte und teilen unsere Erfahrungen mit unseren AdoptantInnen.
Wichtig zu wissen
Ein positives Testergebnis bedeutet nicht automatisch, dass eine akute oder behandlungsbedürftige Erkrankung vorliegt. Manche Erreger können im Körper vorhanden sein, ohne Symptome auszulösen oder aktiv zu werden.
Genauso wichtig:
Ein negatives Testergebnis schließt eine Erkrankung nicht zu 100 % aus. Einige Krankheiten befinden sich möglicherweise noch in der Inkubationszeit oder sind aufgrund geringer Antikörperkonzentrationen noch nicht nachweisbar. Eine individuelle tierärztliche Einschätzung bleibt daher immer wichtig.
Es reicht nicht, möglichst viele Hunde aus dem Ausland nach Deutschland zu vermitteln.
Denn was bringt es, wenn ein Hund „gerettet“ wird, aber zehn neue nachrücken, weil sich an der Ursache nichts verändert?
Was nachhaltiger Tierschutz für uns bedeutet
Nachhaltiger Tierschutz heißt für uns: Kastrationen vor Ort als langfristiges Projekt, um die unkontrollierte Vermehrung zu stoppen. Deshalb investieren wir gezielt in Kastrationskampagnen und haben unser Kastrationsbudget zuletzt sogar für einen Monat verdoppelt.
Durchdachte Vermittlung
Auch eine verantwortungsvolle Vermittlung gehört für uns dazu.
Viele unserer Hunde reisen zunächst auf erfahrene Pflegestellen, damit sie in Ruhe ankommen und besser eingeschätzt werden können.
So haben Mensch und Hund die Möglichkeit, sich kennenzulernen und gemeinsam zu schauen, ob sie wirklich zueinander passen – bevor eine endgültige Adoption erfolgt.
Fortschritte vor Ort
Bei unserer Rumänienreise im November 2024 hatten wir ein wichtiges Treffen mit dem Bürgermeister von Movilita.
Das Ergebnis: Keine Hundefänger mehr in der Stadt.
Stattdessen setzt die Gemeinde nun verstärkt auf Aufklärung, Plakataktionen und kostenfreie Kastrationen für TierhalterInnen. Wir freuen uns sehr über diese Entwicklung und hoffen, dass weitere Gemeinden diesem Beispiel folgen.
Warum uns das wichtig ist
Wir wünschen uns, dass noch mehr Menschen verstehen:
Tierschutz bedeutet mehr, als Tiere zu retten und zu vermitteln.
Verantwortungsvoller Tierschutz setzt an der Ursache des Problems an und versucht langfristige Lösungen zu schaffen – für Menschen und Tiere.
Du möchtest helfen?
Mit Spenden für Kastrationen unterstützt du nachhaltigen Tierschutz direkt vor Ort und hilfst dabei, zukünftiges Leid zu verhindern.
Wir vermitteln unsere Hunde ausschließlich über Pflegestellen in Deutschland. Das hat einen einfachen Grund: Unsere Hunde sind Überraschungseier. Sie bringen unterschiedliche Charaktereigenschaften, Bedürfnisse und Erfahrungen mit und jeder Hund reagiert anders auf die große Umstellung und die Reise nach Deutschland. Ein Kennenlernen zwischen Mensch und Hund ist extrem wichtig, um schauen zu können, ob es wirklich passt.
Vom ersten Kontakt bis zur Adoption steht dir bei uns eine feste Ansprechperson zur Seite. Den Weg zum passenden Hund gehen wir gemeinsam, egal ob über eine Pflegestelle oder als Pflegestelle mit Option zur Adoption.
Voraussetzungen:
- Erfahrung mit Hunden aus dem Tierschutz
- Absolute Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein
- Feingefühl für Hundeverhalten und Körpersprache
- Geduld, Ruhe und ausreichend Zeit
- Transparenz
- Gegenseitiges Vertrauen in der Zusammenarbeit
- nur möglich bei Welpen oder Senioren
Was bedeutet „Pflegestelle mit Option zur Adoption“?
Unter bestimmten Voraussetzungen bieten wir diese Option an. Das bedeutet: Der Hund zieht als Pflegehund bei seinen InteressentInnen ein, aber es besteht die Möglichkeit, dass er nach einer Zeit adoptiert werden darf – wenn wirklich alles passt. Wenn nicht, suchen wir gemeinsam nach einer passenden Familie.
Wie wird man “PSO”?
- Du schreibst uns eine E-Mail, wir freuen uns immer über eine erste kleine Vorstellung!
- Bestenfalls füllst du auch direkt unsere Selbstauskunft aus, wenn nicht, schicken wir dir das Formular im nächsten Schritt zu.
- Danach klären wir offene Fragen telefonisch, führen ein ausführliches Gespräch und lernen uns kennen. Uns ist es wichtig, dich wirklich kennenzulernen, denn Vertrauen und gute Kommunikation sind das Fundament unserer Zusammenarbeit.
- Im Anschluss findet eine Vorkontrolle bei dir zu Hause statt.
- Wenn bis dahin alles passt, steht der Aufnahme eines Hundes nichts mehr im Weg und einer unserer Schützlinge darf zu dir reisen.
Welche Rasse ist da drin??
Diese Frage hören wir als Tierschutzverein, der Hunde vermittelt, fast täglich. Unsere Antwort bleibt jedoch immer gleich: „Wir wissen es nicht!“
Überraschung!
Die Hunde, die wir versorgen und teilweise vermitteln, stammen meist aus Generationen von Straßenhunden in Rumänien. Sie verpaaren sich frei, und so entstehen ganz unterschiedliche Mischlinge. Wir nennen sie nicht umsonst Wundertüten, denn ihr Äußeres verrät nur wenig über ihr eigentliches Wesen.
Natürlich gibt es in Rumänien auch reinrassige Hunde. Viele von ihnen leben jedoch draußen, sind nicht kastriert und mischen sich daher ebenfalls mit Straßenhunden. Umso wichtiger sind Aufklärung und Kastrationskampagnen.
Auch wenn man manchmal denkt: „In diesem Hund steckt bestimmt etwas XY“, sagt das wenig über den tatsächlichen Anteil oder das Verhalten der Nachkommen aus. Ein lockiges Fell macht aus einem Hund zum Beispiel noch lange keinen Allergikerhund. Selbst innerhalb eines Wurfes können die Welpen ganz unterschiedliche Eigenschaften entwickeln.
Letztendlich freuen wir uns über alle, die einem Hund aus dem Tierschutz eine Chance geben. Und wenn es doch ein Rassehund sein soll, findet man diese auch in unzähligen Tierheimen.
Im Tierschutz kann jeder, der sich der Verantwortung und den Herausforderungen der Hundehaltung bewusst ist und ein passendes Umfeld bietet, den passenden Hund adoptieren.
Man muss sich nur die Zeit nehmen, ihn zu finden.
Übersehen & Unbeliebt
Leider werden Senioren oft übersehen. Sei es, weil Menschen sich einen “langen Begleiter” wünschen oder vor möglichen Kosten zurückschrecken. Ebenfalls werden junge Hunde und Welpen oft als “niedlicher” empfunden.
Unterschätzte Vorteile bei der Adoption eines Senioren:
- Charakter ist meist gefestigt
- Keine wilde Pubertät mehr
- Meist Ruhiger, ausgeglichener – perfekt für Menschen, die keinen extrem aktiven Hund suchen
- Ideal für Senioren, Berufstätige oder ruhige Haushalte
Senioren für Senioren:
Die Bedürfnisse von tierischen und menschlichen Senioren passen gut zusammen. Seniorenhunde brauchen weniger Action und keine langen Spaziergänge mehr. Außerdem geben Hunde Struktur, Nähe und Sinn im Alltag.
Zu beachten ist, dass es eine höhere Wahrscheinlichkeit für regelmäßig nötige Kontrollen beim Tierarzt und Kosten für Medikamente gibt. Außerdem muss man sich bewusst sein, dass Senioren im Alltag Hilfe benötigen können.
Ebenfalls sollten ältere Hunde eine angepasste Ernährung erhalten. Bei schlechteren Zähnen sollte auf weichere Alternativen umgestiegen werden.
Ist man sich bewusst, dass die gemeinsame Zeit begrenzt ist, so kann man sie in vollen Zügen genießen. Auch ein Senior verdient ein liebevolles Zuhause & eine Chance.
HundetrainerInnen können eine große Hilfe sein, nicht nur bei akuten Problemen, sondern auch präventiv.
Gerade am Anfang lohnt es sich oft, lieber früher als später Unterstützung zu suchen. Viele Themen lassen sich im Ansatz deutlich leichter begleiten, bevor sie sich verfestigen.
Unterstützung zu holen ist nicht erst dann sinnvoll, wenn es „nicht mehr geht“. Unsicherheiten, Fragen zur Erziehung, neue Lebenssituationen oder der Einzug eines (Pflege-)Hundes sind gute Zeitpunkte, um sich fachlich begleiten zu lassen. Frühzeitige Beratung kann Frust auf beiden Seiten vermeiden.
HundetrainerIn ist nicht gleich HundetrainerIn. Wichtig ist, dass die Arbeitsweise, Haltung und Kommunikation zu euch und eurem Hund passen.
Achtet unter anderem auf:
- einen respektvollen, gewaltfreien Umgang mit dem Hund
- verständliche Erklärungen statt pauschaler Methoden
- individuelles Eingehen auf Hund und Mensch
- Transparenz bei Vorgehen, Zielen und Grenzen
- das Einbeziehen von möglichen körperlichen Ursachen (Schmerzen, Erkrankungen)
- realistische Versprechen: Seriöse TrainerInnen versprechen keine schnellen Wunder oder „Problemfreiheit in X Wochen“
- nachhaltiges Training: Gute TrainerInnen arbeiten an Ursachen, nicht nur an Symptomen
Auf das eigene Bauchgefühl hören
Fühlt es sich nicht richtig an, ist es meist auch nicht richtig. Es ist vollkommen in Ordnung und verantwortungsvoll, einen Trainer zu wechseln, wenn ihr euch nicht ernst genommen fühlt oder Zweifel an den Methoden habt.
Wir befürworten es sehr, wenn TrainerInnen bereits vor und bei der Adoption beraten. Eine ehrliche Einschätzung zu Lebensumständen, Erwartungen, Hundetyp, Energielevel und Alltag kann helfen, Fehlentscheidungen zu vermeiden und späterem Stress, Überforderung oder sogar Abgaben vorzubeugen.
Ein wichtiger Punkt: In Deutschland ist der Beruf HundetrainerIn nicht einheitlich geschützt. Das bedeutet, dass Ausbildungswege, Inhalte und Qualität stark variieren können. Nicht jeder bringt automatisch dieselben fachlichen oder praktischen Kompetenzen mit.
Umso wichtiger ist es, genau hinzuschauen:
- Welche Ausbildung oder Fortbildungen liegen vor?
- Wird sich weitergebildet?
- Gibt es Erfahrung mit ähnlichen Hunden oder Situationen?
TrainerInnen können eine große Unterstützung sein – vorausgesetzt, Arbeitsweise, Fachwissen und Bauchgefühl passen. Frühzeitig Hilfe anzunehmen, kritisch auszuwählen und bei Bedarf zu wechseln, ist verantwortungsvoll.
Entscheidend ist immer ein fairer, ursachenorientierter Blick auf Hund und Mensch.
Übergewicht bei Hunden – ein unterschätztes Thema
In Deutschland gilt inzwischen etwa jeder zweite Hund als übergewichtig. Für viele Menschen ist ein “molliger” Hund zunächst niedlich, doch tatsächlich steckt dahinter ein ernstes Risiko. Das zusätzliche Gewicht belastet Gelenke, Herz und Kreislauf und kann sogar die Lebenserwartung verkürzen.
Auch bei unseren Hunden in Rumänien begegnen wir diesem Problem immer wieder.
Warum sind gerade unsere Hunde in Rumänien betroffen? Ganz einfach: Vor Ort füttern unsere TierschützerInnen das, was verfügbar ist. Meist handelt es sich dabei um günstiges Trockenfutter, das inhaltlich nicht optimal auf die Bedürfnisse der Hunde abgestimmt ist.
Viele günstige Futtersorten bestehen zu einem großen Teil aus Zucker, Getreide und Füllstoffen. Auch minderwertige Zusatzstoffe oder künstliche Aromen können langfristig zu Übergewicht und gesundheitlichen Problemen beitragen.
Hochwertige Proteine und gesunde Fette, die Hunde für Energie, Muskulatur und ein stabiles Immunsystem brauchen, sind dagegen häufig Mangelware.
Ein weiterer Punkt ist die Art der Fütterung: Damit es in den großen Hundegruppen nicht zu Futterneid oder Konflikten kommt, steht den Hunden das Trockenfutter fast ständig zur Verfügung. Das klingt praktisch, führt aber dazu, dass manche deutlich mehr fressen, als für sie gesund wäre.
Die Folge ist oft sichtbar: Hunde mit Übergewicht, die sich weniger gern bewegen, schneller erschöpft sind oder sogar erste körperliche Probleme entwickeln. Für Außenstehende wirkt das vielleicht niedlich, für die Tiere selbst bedeutet es aber Einschränkungen und manchmal auch Schmerzen.
Wenn unsere Hunde nach Deutschland reisen, steht für sie eine große Umstellung an. Zum ersten Mal lernen sie feste Fütterungszeiten kennen, bekommen angepasste Portionen und hochwertiges Futter. Gleichzeitig erhalten sie regelmäßige Spaziergänge und konditionsgerechte Bewegung. Für viele Hunde ist diese Umstellung anfangs ungewohnt, aber sie bildet die Grundlage für einen gesunden, aktiven Alltag.
Um einem Hund beim Abnehmen zu helfen, sind konsequente, aber sanfte Schritte wichtig: Rationsberechnung, hochwertige, proteinreiche Ernährung und regelmäßige Bewegung bilden die Basis. Kleine Trainingseinheiten über den Tag verteilt, Spaziergänge in moderatem Tempo und spielerische Aktivitäten motivieren die Hunde und fördern gleichzeitig den Muskelaufbau.
Dabei geht es nicht um schnelle Erfolge, sondern um einen behutsamen Weg, der Hundekörper und -geist gleichermaßen unterstützt.
Wichtig ist: Übergewicht bei unseren Schützlingen entsteht nicht aus mangelnder Fürsorge, sondern aus den Bedingungen, die vor Ort kaum zu beeinflussen sind. Mit der Ankunft in einer Pflege- oder Adoptionsfamilie beginnt jedoch ein neuer Abschnitt, in dem die Hunde Schritt für Schritt ihr Idealgewicht erreichen können.
Unsere Pflegestellen und AdoptantInnen sind damit natürlich nicht allein: Wir begleiten sie Schritt für Schritt und unterstützen dabei, dass die Hunde ihr Idealgewicht gesund erreichen und halten.
Mit der passenden Ernährung, angepasster Bewegung und etwas Geduld finden viele Hunde schnell zu mehr Leichtigkeit zurück. Und dann zeigt sich, was wirklich zählt: Lebensfreude, Bewegungsdrang und die Chance auf ein langes, gesundes Hundeleben.
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