11. – 17. April 2026
Melina, Dina und lena
Anreise & Tag 1: Start in Rumänien
Für uns ging es mit dem Flugzeug von Frankfurt nach Bukarest. Nach der Landung haben wir unseren Mietwagen abgeholt und uns auf den Weg nach Focșani zu unserer Unterkunft gemacht. Unterwegs haben wir bereits die ersten Straßenhunde entdeckt und natürlich direkt angehalten, um sie mit Parasitenschutz, Futter und Wasser zu versorgen. Auch einige Straßenhunde, die Dina und Melina schon von ihrem letzten Besuch 2025 kannten, konnten wir wiedersehen.
Bei unserer Tierschützerin Mirela angekommen, wurden wir herzlich empfangen, sowohl von ihr und ihrem Mann Dragoș als auch von jeder Menge aufgeregter Hunde. Danach hieß es erst mal: ankommen, Sachen abstellen und direkt loslegen. Also Gehege sauber machen und einige Hinterlassenschaften beseitigen.
Dass Dina als Tierärztin dabei war, stellte sich direkt als großer Vorteil heraus. Die erste Versorgungsrunde ließ nämlich nicht lange auf sich warten: Zita hatte eine Beule am Kopf und Poppy eine verletzte Pfote, also wurden beide direkt vor Ort versorgt.
Mittags hat Mirela uns mit leckerem Essen versorgt, eine gute Stärkung nach dem ersten Einsatz. Mit in die Küche dürfen währenddessen immer nur ein paar ausgewählte Hunde, wodurch es im Shelter für kurze Zeit erstaunlich ruhig wird.
Am Nachmittag stand Tiffy im Mittelpunkt, denn für ihre Ausreise am Freitag mussten noch die Zähne gereinigt werden. Danach folgte einer der schönsten Programmpunkte des Tages: ausgiebiges Welpenkuscheln. Zum Abschluss haben wir noch die Hundegruppe im Freilauf erlebt und konnten beobachten, wie ausgelassen alle unterwegs waren.
So endete unser erster Tag in Rumänien: viel unterwegs, direkt mitten im Geschehen, ordentlich Arbeit, aber auch viele schöne Momente und so genau der richtige Start in unsere Reise.
Tag 2: Besuch bei Tierschützerin Gina und verlassener Hof
Am Morgen ging es zunächst zu unserer Tierschützerin Gina. Dort sollte eigentlich Kater Leo kastriert werden, der sich allerdings nicht fangen lassen wollte und Dina dabei leider auch noch zerkratzt hat. Deshalb wurde zuerst ein anderer Kater aus der Nachbarschaft kastriert, um die geplanten Abläufe sinnvoll zu nutzen.
Als nächstes haben wir Johnny, den Rüden von Ginas Sohn, kastriert. Danach wurde Merlin in Narkose gelegt, da er wirklich gar keine Lust darauf hat, geschoren und entsprechend versorgt zu werden. So konnten wir auch das sehr erfolgreich erledigen und Merlin ist bereit für den Sommer.
Zu Mittag gab es eine kurze Pause mit leckerem Essen von Gina, bevor wir gemeinsam zu einem Feld gefahren sind, auf dem die Mutter von Paula lebt. Leider war sie dort nicht zu finden, deshalb haben wir Futter und Wasser dagelassen.
Danach ging es weiter zu einem alten Hof, dessen Besitzer verstorben ist. Dort lebt noch der Hausmeister, außerdem zehn Hunde mit 3 Welpen und zwei Katzen. Zwei Rüden sind an der Kette, dazu zwei trächtige Hündinnen, von denen eine bereits drei Welpen hat. Die Hunde waren stark unterversorgt und sehr hungrig, daher haben wir sie mit Futter, Wasser und Parasitenschutz versorgt. Wir haben den Kontakt zum Bruder des verstorbenen Besitzers aufgenommen und sofort damit begonnen ihn davon zu überzeugen, dass wir die Hofhunde kastrieren dürfen. Mirela hat außerdem Kontakt zur örtlichen Tierärztin aufgenommen, um herauszufinden, ob sie die Tiere kastrieren kann.
Im Anschluss haben wir noch die Hündin Bianca auf dem Nachbargrundstück von Gina besucht. Zum Abschluss des Tages sind wir in einen Nachbarort gefahren, wo wir bereits am Vortag einen stark verfilzten Hund gesehen hatten, der sich nicht fangen ließ. Nach etwa einer Stunde konnten wir ihn schließlich finden. Mit Sedierungspaste und viel Geduld ist es uns gelungen, ihn einzufangen. Dann durften wir ihn zu Gina bringen, wo wir ihn geschoren haben. Zurück auf die Straße konnte er nicht mehr, daher darf er nun bei Gina bleiben. Wir haben ihn Charlie genannt.
Tag 3: Besuch auf dem Hof, Mirela & Neli
Am Morgen sind wir erneut zum Hof gefahren. Dort waren der Bruder des verstorbenen Besitzers und seine Tochter vor Ort. Wir haben die Hunde versorgt und vereinbart, dass wir am nächsten Tag gemeinsam mit der Tierärztin Ana zur Kastration kommen. Zunächst wollte der Bruder allerdings nicht, dass auch die Rüden kastriert werden. Wir versuchten daher, ihn gemeinsam mit Gina noch umzustimmen. Uns wurde zudem berichtet, dass eine der Hündinnen die Welpen der anderen angreift, weshalb wir die Mutter mit ihren Welpen separiert haben, um sie zu schützen. Die gute Nachricht: die bereits dort geborenen Welpen dürfen wir jetzt vermitteln!
Anschließend sind wir zu Mirela gefahren. Dort stand die Kastration eines Rüden aus der Nachbarschaft an sowie die Behandlung von Kater Leon wegen einer Ohrenentzündung. Die Hündinnen Udine und Mäusi haben außerdem einen „Katzentest“ bestanden, die beiden hatten ordentlich Respekt vor Leon.
Im Anschluss haben wir aufgeräumt, in den Gehegen sauber gemacht und eine Runde über das Gelände gedreht. Dabei haben wir einige stark verfilzte Hunde mit der Schere von ihrem Filz befreit. Auch Hündin Fia wurde kurz herausgeholt. Sie fühlt sich unter den vielen Hunden unwohl und kommt nur zum kurzen Lösen aus dem Badezimmer. Draußen in einem separaten Bereich ohne andere Hunde konnte sie jedoch etwas entspannen, laufen und kurz aufblühen, was sehr schön zu sehen war.
Später erzählte uns Mirela, dass ihre Schwester Neli im Dorf ebenfalls einen ähnlichen Hund wie Charlie gesehen hat. Am Telefon erfuhren wir, dass Neli ihn tatsächlich bereits sichern konnte. Also sind wir am Abend noch zu ihr gefahren. Nach der Begrüßung aller Hunde wurde der kleine Rüde dort geschoren und direkt kastriert.
Das Highlight des Abends kam allerdings auf dem Rückweg: Wir haben endlich wieder den Straßenhund an der Autowaschanlage gesehen, den wir letztes Jahr täglich besucht hatten und damals Oskar genannt haben.
Tag 4: Kastrationsaktion auf dem Hof & Besuch bei Gina
Morgens sind wir zuerst zu Gina gefahren, um Charlie zu besuchen. Er schlief sehr viel und machte insgesamt noch keinen wirklich fitten Eindruck. Deshalb haben wir entschieden, dass er für die Kastration noch zu schwach ist und erst in 1 – 2 Wochen operiert wird, sobald er etwas zu Kräften gekommen ist. Außerdem konnte Kater Leo jetzt auch erfolgreich kastriert werden. Lupus wurde ebenfalls untersucht, da es ihm bereits am Vortag nicht gut ging und er seit einiger Zeit sehr ruhig ist und Gewicht verloren hat. Er hatte Fieber und ihm wurde Blut abgenommen.
Mittags ging es weiter zum Hof für die geplante Kastrationsaktion. Dort gab es zunächst traurige Neuigkeiten, denn wir haben erfahren, dass einer der zehn Hunde am Morgen tot aufgefunden wurde. Es handelte sich um die sehr scheue Hündin, die wir zuvor nur aus der Distanz gesehen hatten. Doch es gab auch tolle Neuigkeiten, denn Gina und Ana konnten den Bruder des Besitzers schließlich überzeugen, dass immerhin auch einer der beiden Rüden an der Kette kastriert werden durfte. Er wurde nach der Kastration nicht wieder an die Kette gelegt und wir hoffen sehr, dass das so bleibt!
Insgesamt konnten an diesem Tag 1 Kater, 1 Katze, 2 Rüden und 5 Hündinnen kastriert werden. Viele Tiere mussten zuvor mit Sedierungspaste beruhigt und dann eingefangen werden, da sie zwar nah an uns herankamen, sich aber nicht anfassen ließen. Ein Rüde blieb unkastriert, er lebt nun alleine eingezäunt und getrennt von den anderen Hunden. Eine Hündin konnte ebenfalls nicht kastriert werden: Sie wirkte tragend, was durch einen Ultraschall in der Klinik im Nachhinein jedoch ausgeschlossen werden konnte. Sie wurde nun auch kastriert.
Tag 5: Abschied von Mirela und Gina & Heimreise
Am letzten Tag unserer Reise haben wir zunächst Moni aus der Tierklinik in Focșani abgeholt. Sie wurde ursprünglich von einem Mann auf der Straße versorgt, ist dann aber erkrankt und schließlich Babesiose-positiv getestet worden. Danach wurde sie zu Mirela ins Tierheim gebracht, was für alle Beteiligten sehr aufregend war.
Anschließend haben wir bei Mirela eine Futterrunde gemacht, die Zwinger gereinigt und noch einmal alle Hunde gefilmt, die wir nicht sicher zuordnen konnten. Dann konnten wir noch kurz das Helferhaus besichtigen, an dem Dragoș und ein Helfer gerade fleißig arbeiten.
Weiter ging es zu Gina, wo wir Lupus und Charlie angeschaut haben. Beiden ging es bereits etwas besser. Lupus war ebenfalls Babesiose-positiv und wurde behandelt. Zum Abschluss sind wir noch zum Hof gefahren: dort ging es allen Hunden nach der Kastration gut. Sie haben noch einmal Schmerzmittel erhalten. Gina hat versprochen sich um die Hunde zu kümmern und insbesondere jeden Tag nach den Welpen zu schauen.
Am letzten Tag hieß es Abschied nehmen. Auf dem Weg zurück Richtung Flughafen haben wir noch einmal einige Straßenhunde versorgt und ihnen Futter, Wasser und Parasitenschutz dagelassen. Am Flughafen angekommen, haben wir den Mietwagen abgegeben und uns auf den Rückflug vorbereitet. Geplant war ursprünglich der Rückflug nach Frankfurt, allerdings mussten wir aufgrund eines Lufthansa-Streiks kurzfristig umplanen und sind stattdessen außerplanmäßig nach Köln geflogen.
Damit endete unsere Reise nach Rumänien! Mit vielen Eindrücken, intensiven Tagen und einer Menge Erlebnisse rund um die Hunde vor Ort. Aber es wird sicher nicht die letzte Reise dorthin gewesen sein.
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